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Es gibt Sätze, die holen einen schlagartig zurück in die Realität.

Am Tag des Osterfeuers ist die restliche Stadt wie ausgestorben. Ich mag es zu zweit durch die Nacht zu fahren.
Wenn ich dann zufällig Menschen treffe, die ich zwar kenne, die mir aber unglaublich fremd sind, macht sich ein seltsames Gefühl in mir breit. Wisst ihr, es gibt solche Art Seelenmagnete: die einen ziehen dich an und die anderen stoßen dich ab - unabhängig von der Polarität. Und genau diese Menschen, die mich fast tagtäglich umgeben, stossen mich ab. Nicht alle, aber die Mehrheit. Gründe kann ich viele nennen, aber wirklich überzeugend sind sie nicht. Die Wahrheit ist: Ich weiß es nicht.
Und so sehr ich ich mich auch bemühe, meine Ansichten zu überspielen, man merkt es mir einfach an. Das Resultat ist Distanz. Aber das ist okay, ich lasse ungern durch mich hindurchsehen. Lieber bau ich Mauern, bewache die Tore und lasse nur ein paar auserlesene Menschen hinein.
Und wenn ich Menschen einfach nichts zu sagen habe, dann habe ich ihnen nichts zu sagen. Gezwungener, oberflächlicher Smalltalk langweilt doch jeden.

Im Zug zurück nach Hause, nach einem Abend, an dem einfach nur zu zweit durch Nacht und Regen gefahren ist und auf den Dächern über der Stadt saß, denke ich über solche Dinge nach. Nächtliche Zugatmosphäre.



Man sitzt erschöpft im Sitz, betrachtet abwechselnd das eigene Spiegelbild und die Lichter der Nacht im oder durch die Glasscheiben des Wagons. Ich lasse in solchen Momenten die letzten Stunden Revue passieren, oft auch die letzten Tage, Wochen und Monate.
Und weil man eben in einem Zugabteil voll mit abstoßenden Seelenmagneten sitzt, fängt man an sich einsam zu fühlen.

Der Weg nach Hause geschieht ganz notorisch.
In den gewohnten vier Wäden angekommen, kann ich dann meist nicht sofort schlafen, also wird zur Ablenkung der Computer hochgefahren. Verwundert bemerkte ich gestern das Online-Symbol eines Herren, der eine Besonderheit darstellt: Ich mochte ihn vom ersten Tag an. Er ist perfekt an der Seite meiner Freundin.
Auf jeden Fall war genau er derjenige, der mir die Frage stellte:
'Warum seht ihr euch so selten? .. aber immer wenn ihr euch trefft, ist es, als ob ihr jeden Tag eures Lebens miteinander verbracht hättet - unglaublich vertraut'
Und -zack!- da war ich wieder - mitten im Leben. Ich war nicht alleine. Es gibt da draußen Menschen, die ich leider nicht mehr jeden Tag sehe, aber die trotzdem existieren. Mehr als das. Sie sind Freunde, mit allem was dazugehört. Keine losen Bekanntschaften wie es viele in meinem Umfeld pflegen.

Tja, und warum ich diese dann trotzdem so selten sehe?
Das habe ich mich dann auch gefragt und die Antwort lautet: Es gibt keinen Grund.

Es muss sich also dringend etwas ändern.



Bilder: ©!!

16.4.06 20:52


Ich bin verwundert, dass der Besucherzähler tagtäglich schwarze Zahlen schreibt, obwohl ich doch gar nichts von mir hören lasse.


Zur Zeit zieht (Das ist übrigens keine gewollte Alliteration.) das Leben nur so an mir vorbei und ich bin der stille Beobachter. Es ist wie eine Berg-und-Tal-Fahrt - ein ständiges Auf und Ab. Erst schreit man vor Euphorie und wenig später spürt man ein erdrückendes Beklemmungsgefühl.
- das alte Problem.
"himmelhochjauchzend|zutodebetrübt"

Ansonsten? Es ist Ostern, aber Ostern ist eben auch nicht mehr das, was es mal war.

Ich will nur noch nachts wachen. Die Nacht ist viel schöner als der Tag, denn da hat man fast die gesamte Stadt für sich.
Es ist alles so unbelebt und leer. Am schönsten ist es, wenn der Asphalt noch nass ist und der Himmel klar.

15.4.06 17:11


Und ich habe immer noch nichts zu sagen, nichts kreatives.

Ich bin viel zu viel mit meinem Leben beschäftigt. Es bekommt gerade einen neonfarbenden Anstrich!

- außerdem scheint die Sonne.. und sie meint es ehrlich!
Ich bin vollkommen in Frühlingslaune und freue mich schon wieder auf den Sommer und die Elbe.
Mein bester Freund aus Übersee wird endlich wieder auf deutschem Boden landen, meine Ehefrau ist wieder in der Stadt, - wir drei, plus ihrem Freund, können seit Monaten mal wieder die Straßen unsicher machen.. ach, ich gerate jetzt schon ins Schwärmen.

ps: Ich schenk euch ein wenig Frühling und gute Laune mit meinem neuen Background-Song.
28.3.06 18:49


Wie konnte mir die Poesie nur so verloren gehen?
Es ist als wäre sie verschlossen gewesen hinter eiskalten Wänden.. - aber gerade eben habe ich den Schlüssel wiedergefunden um das Tor ins Innere zu öffnen.

Es blubbert in meinem kopf und die Gedanken schäumen über.


Ich traue mich fast gar nicht das Wort zu tippen, welches ich schon so oft nutzte, aber mir fällt einfach nichts vergleichbares ein: Filmszenen.
Das Erleben Von Filmszenen



Der Schleier der Nacht hatte sich schon vor einiger Zeit über die Stadt gelegt und mit ihm kam die Kälte. Vor mir liegt ein menschenleerer Platz, an dessen Ende sich der gewaltige Dom mit einer beängstigenden Ausstrahlung befindet.
Ich stehe auf einer Holzbank und halte mit gefrorenen Händen meine Kamera. Auf der Suche nach weiteren Motiven entdecke ich das Hundertwasserhaus.
'Warst du schon mal dort drin?', frage ich.
Lustig, dass du fragst. Ganz automatisch packen wir unsere Sachen zusammen und ich folge dir. Wir steuern das kunterbunte Gebäude an, welches nachts mit seinem rosapinken Anstrich einem unnatürlichen Barbiehaus ähnelt. Ich weiß nicht, was du vorhast, aber ich folge dir auf die Baustelle und klettere ohne weiter nachzudenken die steile Graswand hinauf. Wir schleichen uns an den Balkons vorbei bis du auf einmal eine Tür öffnest.
Und dann sind wir drin. Im Hotel des Hundertwasserhauses, einfach so durch die unverschlossene Hintertür.
Die Gänge sind krumm und bunt. Das Blut in meinen Adern beginnt wieder zu fließen. Voller Neugier schaue ich mich um und entdecke einen Raum, indem sich Getränkeautomaten befinden, also wird sich erstmal ein wärmender Kaffee gekauft. Das soll allerdings nicht das Ziel unserer Reise bleiben und so gehen wir eine Etage höher, bis wir vor einer verschlossenen Tür stehen.
'Betreten des Daches nicht erlaubt! Die Tür ist geschlossen zu halten!'
Aber im nächsten Moment atme ich schon frische, kalte Nachtluft. 'hm.. wir sind Analphabeten und können nicht lesen', sage ich nur.
Wir stehen also auf dem Betondach des Hundertwasserhauses, aber das ist noch nicht aufregend genug. Wir erklimmen erneut eine steile Rasenfläche, die wahrscheinlich die schräge Dachfläche eines Hotelzimmers bildet, und kommen letztendlich am Zielpunkt an.
Jetzt wirds sich erstmal gemütlich gemacht. Das heißt, es wird sich auf den warmen Rasen gesetzt und tief durchgeatmet.
Ich gucke mich um: über mir die Nacht, die durch die vielen Lichter der Stadt rötlich erscheint, um mich herum pinke Gebäudeteile, rechts neben mir der Dom - erstaunlicherweise fast auf meiner Höhe und links neben mir die Stadt. Ich trinke einen Schluck heißen Kaffee und hole die Kamera aus meiner Tasche. So ein Moment darf nicht unbelichtet bleiben.



.
.

Und so saßen wir dann etliche Minuten da: mit Kaffee, Musik, Fotoapparat und einem wunderbaren Lebensgefühl im Bauch.
Aber alle schönen Momente haben auch mal ein Ende, in diesem Fall waren es Anwohner, die auf ihrem Balkon standen und uns verwundert ansahen - und bevor der Abend noch in einer Katastrophe geendet wäre, haben wir lieber die Flucht ergriffen.

Und dann steht man unten und betrachtet von dort aus den Platz, auf dem man eben noch saß: weit oben, mitten auf dem Dach eines Kunstwerkes.
Und alles, was einem durch den Kopf geht, ist:
Das hast du eben nicht erlebt, das war nur ein Film.


19.3.06 21:32



Es gibts nichts zu sagen, weil ich nichts fühle.
Da ist nichts in mir drin, nichts euphorisches, nichts trauriges, aber auch keine Leere.
Schade. Ich würde ja gerne schreiben - aber worüber?

Jetzt saß ich für Sekunden in meinem Schaukelstuhl, hab ins nichts gestarrt und nebenbei Oasis gelauscht, die aus dem Zimmer nebenan ertönen.
Vor mir steht ein leeres Likörglas aus Kristall, in dem sich eben noch vier Pralinen befanden.
Mir fällt jetzt erst auf, dass viele kleine Herzchen eingraviert sind… irgendwie niedlich.

I'm free to be whatever I choose
and I'll the sing the blues if I want…


Ich befinde mich im Zahnrad der Routine, aber das ist nichts negatives - ganz im Gegenteil. So läuft die Zeit kontinuierlich schnell vor sich hin und erlaubt sich keine Ausnahmen.
Die Zeit rennt geradewegs auf den Sommer zu.
Und ich will ihn!
Ich will ihn mit ihnen.
Mit meinen Freunden.
Ich rede nicht von irgendwelchen Freunden, sondern von den Freunden, die zur Zeit leider außerhalb meines Lebensbereiches stehen.
Aber wenn ich es mir so recht überlege:
nur noch wenige Wochen und ich bin erlöst - erlöst von den Leuten, denen ich jetzt meine Zeit opfere.
Mein Herz macht Sprünge.
8.3.06 19:48


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…nach einer wahren Begebenheit.